Von Nilpferden, Kugelfischen, Löwen, Großstädten, endlosen Traumstränden und Giraffen. Zweimal quer durch Tansania.

Standard

Nun bin ich schon einige Zeit zurück von meiner großen Reise durch Tansania. Und ich kann nur sagen, das dieses Land unglaublich schön ist, eine Vielfalt bietet wie kein anderes. Von dem saftig grünen Omurushaka, wo es bis an den Horizont nur Bananenpflanzen zu sehen gibt, ging es am Anfang in die Massaiebene bei Karatu und Arusha, die ziemlich dörr, steppenartig und karg ist. Dort fand unser Zwischenseminar der weltwärts- Gruppe statt. Nach einer Woche gings weiter am Kilimanjaro vorbei nach Dar es Salaam. Diese Stadt gefällt mir immer mehr. Am Anfang mochte ich es dort überhaupt nicht, aber nach und nach, ich war jetzt bestimmt schon 6/7 Mal da, gefällt sie mir immer besser. Denn jetzt weiß ich wo es was gibt, welche Ecken schön sind und man hat sein Hotel gefunden in welchem man für unschlagbare 20.000 (10 Euro) im Doppelzimmer gut verweilen kann. Dar es Salaam hat einiges zu bieten, z.B. das national museum, traditionelle Märkte, Strände mit Chipsi Restaurants und Malls, in denen man fast alles kaufen kann. Sogar ein Subway gibt es dort. Nur Mc Donalds und Burger King sind noch nicht bis nach Tansania vorgedrungen. Nach einer Woche Dar es Salaam wurde es Zeit weiter zu reisen: nach Zanzibar. Die Hauptstadt Zanzibars‘ (Zanzibar gehört offiziell zu Tansania, möchte aber gerne unabhängig sein, hat eine eigene Hauptstadt, eigenes Parlament und sogar einen eigenen Präsident) Stone Town, ist eine wunderschöne Stadt mit kleinen Gassen, arabisch anmutenden Häusern und unzähligen Muezzins, welche über die ganze Stadt zum Gebet rufen. Die Bevölkerung dort ist zu 99 Prozent muslimisch, ganz im Gegensatz zum Festland, wo in vielen Regionen die christliche Bevölkerung die Mehrheit stellt.

Matemwe

Zuerst ging es an die Traumstrände im Osten der Hauptinsel Zanzibars (es gibt mehrere Inseln, die 2 größten heißen Unguja und Pemba). In Matemwe konnten wir nur einige Tage bleiben weil es in diesem Ort keine günstigen Hotels gab. Also fuhren wir weiter nach Kendwa, welches touristischer erschlossen war und günstigere Bungalows direkt am Strand hatte. Auch der Strand war besser zum schwimmen geeignet, da dieser an der Westküste der Insel lag und die Gezeiten weniger stark ausgeprägt waren. Hier blieben Friederike und ich erstmal ein paar Tage, nach einer Woche hatten wir genug vom Strand und fuhren wir wieder in die Stadt nach Stone Town. Dort gab es unzählige Shops, deren beste Kunden wir wurden, viele Cafes, abends gab es Seafood direkt an der Strandpromenade und viele Ausflüge. Ziemlich interessant war die Spicetour, die Besichtigung einer Gewürzfarm. Zanzibar ist eine Gewürzinsel, dort wächst fast alles: Ingwer, Zimt, Nelken, Muskatnuss, Vanille, Safran usw. Auch der Besuch im Jozani Forest war ziemlich eindrucksvoll, da dort noch richtig dichter Urwald zu betrachten ist, in welchem unzählige Tiere sind, wie zb. Red Colobus Monkeys, eine Affenart die es nur auf Zanzibar gibt. Aber angeblich gibt es dort auch Schlangen, den Zanzibar Leopard, und Warane. Den Waran bekamen wir sogar in ziemlich aufgeschreckter Verfassung zu Gesicht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nachdem ich meinen Besuch aus Deutschland am Flughafen abgeholt hatte, ging es zunächst nach Bagamoyo, der ehemaligen deutschen Kolonialhauptstadt Tansanias. Von dort aus besuchten wir den Saadani National Park und machten eine Flusssafari von Boot aus, bei welcher wir unzählige Hippos und ein paar Krokodile sahen. Dann gings zurück nach Zanzibar wo wir noch einige Zeit in Stone Town verbrachten und auch wieder den schönen Strand in Kendwa aufsuchten. Wir unternahmen Schnorcheltrips, fuhren mit einheimischen Fischern früh morgens aufs offene Meer zum Angeln (Carsten fing einen riesigen Kugelfisch der allerdings giftig war :-DD), machten einen Segeltörn und lagen natürlich viel am Strand. Alles in allem sehr erholsam.

Danach gings wieder aufs Festland wo wir in Moshi 3 Tage darauf warteten endlich den Kilimanjaro zu sehen, es den Jungs (ich hatte IHN  vorher schon gesehn) aber verwehrt blieb, da es durchgehend bewölkt war und der Berg in riesigen Wolken versteckt war.
Weiter gings nach Karatu (der Ort in dem ich auch schon mein Zwischenseminar hatte) um eine Safari durch den Ngorongoro Crater zu machen (auch dies hatte ich schon gemacht, aber der Krater ist ziemlich beeindruckend und sah im März völlig anders aus als noch im Oktober als ich da war).  Die Big Five haben wir leider nicht alle gesehn, auch diesmal entdeckten wir den Leopard nicht. Aber Elefant, Löwe, Nashorn und Büffel sahen wir. Also leider nur die Big Four. Wir sahen aber auch unzählige Gnus, Antilopen, Nilpferde, Strauße, Warzenschweine, Zebras….. Ausserdem fuhren wir zum Olduvai George. Dort wurde das älteste Skelett eines Menschen ausgegraben was jemals gefunden wurde, deshalb wird dieser Platz als die Wiege der gesamten Menschheit angesehn.(Das ist auch der Grund warum die Tansanier Obama so mögen, obwohl er aus Kenia kommt. Aber da Kenianer auch von Olduvai George abstammen ist Obama sozusagen Tansanier :-)). Auf dem Weg dorthin sahen wir auch endlich Giraffen, diese gibt es leider nicht im Krater, da Giraffen mit ihren langen Kraxelbeinen nicht den steilen Kraterrand hinunter kommen.

Giraffen - Mein Lieblingsbild

Karatu war unsere letzte richtige Station auf der Rundreise, das hieß jetzt kam die Busfahrt auf die wir alle keine Lust hatten. Wir brauchten 2 Tage bis nach Omurushaka, mit einer Übernachtung in Mwanza. Busfahren in Tansania ist nervig, langweilig und scheint oft nicht enden zu wollen. Aber wenn man sich hier fortbewegen will, gibt’s leider keine andere Möglichkeit.

Endlich in Omurushaka angekommen haben wir eine ganze Woche bei mir im Haus verbracht, relaxed, verschiedene Versuche gestartet Ziege und Rind zu grillen und meine angestammten Plätze besucht.

Dann hieß es Abschied nehmen, ich begleitete die Jungs noch nach Entebbe (bei Kampala in Uganda), da von dort aus deren Rückflug gehen sollte.

Zanzibar

Standard

Hallo ihr Lieben, habe mich ja schon lange nicht mehr gemeldet. Bin unterwegs seit Ende Januar, als wir unser Zwischenseminar in Karatu hatten. Danach fuhr ich weiter nach Dar es Salaam und bin nun seit fast 2 Wochen auf Zanzibar.

Es ist echt traumhaft hier, richtiges Urlaubsfeeling. Im Moment bin ich in Stone Town, der Hauptstadt Zanzibars. Werde hier noch etwas bleiben und dann naechste Woche meinen Besuch in Dar abholen 🙂

Fuer euch gibts jetzt ein paar schoene Fotos von den Traumstraenden hier damit ihr alle ein bisschen Fernweh bekommt bei dem bescheidenen Wetter in Deutschland.

No hurry in africa

Schoenes Licht im Sonnenuntergang

Sunset

Traumstrand in Kendwa

Matemwe

Strandspaziergang in Matemwe

Sonnenuntergang in Kendwa

Rwanda

Standard

Über Weihnachten und Neujahr fuhren wir Freiwilligen aus Karagwe nach Kigali um andere Freiwillige aus unserer deutschen Ausreisegruppe zu besuchen. Von uns aus ist man innerhalb drei Stunden an dem tansanisch-ruandischen Grenzübergang, welcher genau über einem imposanten Wasserfall verläuft. Der Wasserfall wird gespeist von dem Kagera River, einem großen Fluss, welcher in Burundi entspringt, Ruanda durchfließt, den Grenzfluss zu Tansania bildet, durch Tansania fließt und letztlich in Uganda in den Victoriasee mündet. Aus diesem Grund gilt der Kagera River als Quelle des Victoriasees und des Nils.

Rusumo Falls - Grenze Tansania/Ruanda

Kagera River

Am Grenzübergang selbst mussten wir zuerst Ausreisestempel von Tansania bekommen, dann zu Fuß zwischen hunderten LKWs die Grenzbrücke über dem Wasserfall überqueren, um dann auf der ruandischen Seite Schreibbürokratie erledigen und Einreisestempel bekommen. Nach ausführlicher Erklärung, was wir in Ruanda wollen und Aufklärung darüber, dass Friederike und ich nicht verwandt sind (die Beamten dachten wir sind verwandt, weil Frida mit zweitem Namen auch Luise heisst…) durften wir uns in ein kleines Häuschen begeben, in welchem erstmal unsere Taschen auf Plastiktüten und Drogen untersucht wurden. Ja, Plastiktüten, in Ruanda sind diese nämlich verboten, und somit auch die Einfuhr. Wie gut das ich meine Schuhplastiktüte gut versteckt hatte;) Habe aber nichts Illegales getan, da ich sie auch wieder mit zurück genommen habe. Dann durften wir endlich weiter fahren, nach weiteren drei Stunden Busfahrt kamen wir in Kigali an. Ich muss sagen, schon ab der Grenze hat man deutlich den Unterschied gesehen. In Ruanda ist alles sehr sauber, modern, organisiert und Kigali ist ziemlich westlich geprägt. Ganz anders als in Tansania. Wir drei tansanischen Landeier kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, allein wegen richtiger Straßenlaternen, asphaltierter Straße, Bushaltestellen und sogar Bürgersteigen. In Kigali angekommen, wurden wir natürlich erstmal beim Taxipreis abgezockt, da die Taxifahrer wohl mitbekommen haben, dass die Mzungus aus dem ‚Grenzbus‘ ausgestiegen sind und somit unerfahrene Ruanda Neulinge waren.

Kivusee in Gisenyi

 

 

Die Weihnachtstage verbrachten wir in der WG, wichtelten mit 20 anderen Freiwilligen an Heiligabend, frühstückten bei der African Bagel Company, gingen auf riesengroße Touristen- und Second-Hand-Märkte, besuchten den Nakumatt-Supermarkt, der an einen deutschen Supermarkt doch sehr nahe herankommt, feierten Silvester zusammen in Gisenyi am Kivusee und verbrachten viel Zeit mit gemeinsamen Kochen, Filme gucken und einfach nur quatschen.

Zu einem Ruanda-Besuch gehört aber auch, sich mit der traurigen Geschichte des Landes auseinander zu setzen. 1994 kam es zu einem Völkermord in Ruanda, bei welchem innerhalb 100 Tage eine Million Menschen getötet wurden.

Ruanda war zuerst eine deutsche, später eine belgische Kolonie. Die Belgier waren es, die 1932 Pässe eingeführt haben, in welchen die Ethnie festgelegt war. Es gab damals 15% Tutsi, 84 % Hutu und 1 % Twa (eine Ethnie zugehörig zu Pygmäen). Außerdem legten sie fest, dass jeder der mehr als 10 Kühe besitzt, ein Tutsi ist und jeder mit weniger als 10 Kühen ein Hutu. Schon früh galten die Tutsi als wohlhabend und schlau, Hutu hingegen als arm. Die Kolonialzeit schürte den Hass zwischen den beiden Ethnien Hutu und Tutsi. Nachdem der König starb kam es 1959 erstmalig zu organisierten Massakern an Tutsi. 1962 wurde Ruanda unabhängig und ein Hutu wurde zum Präsidenten gewählt. Das Parteiprogramm beinhaltete Punkte wie die Verfolgung und ethnische Säuberung von Tutsis. Die Verfolgung der Tutsi wurde immer stärker, viele flohen in Nachbarländer wie Tansania, die ersten Massaker begannen. Bis in die 1990 Jahre wurde immer wieder versucht durch UNAMIR Truppen Frieden zu schließen, allerdings erfolglos. 1994 schickte ein UN-General ein Fax zur UN nach New York um zu warnen und Hilfe anzufordern, aber nichts passierte. Es brodelte und es machten Gerüchte die Runde, das ‚Etwas Großes‘ passieren werde. Im April 1994 wurden der ruandische und burundische Präsident in ihrem Flugzeug über Kigali abgeschossen (es ist bis heute nicht geklärt ob er von Tutsi abgeschossen wurde, oder aber von radikalen Hutu, die den Völkermord ‚beschleunigen‘ wollten). Dies war der Zeitpunkt, wo innerhalb weniger Stunden Hutus anfingen Tutsi umzubringen. Es wurden Straßensperren aufgestellt um Tutsis abzufangen und zu töten. In 100 Tagen wurden ungefähr eine Million Menschen getötet. Es wurde kein Halt vor Kindern und Frauen gemacht, es interessierte nur die Ethnie. Die meisten Tutsi starben durch Macheten, viele suchten auch Zuflucht in Kirchen, in welchen sie später erschossen wurden. Nachdem der Präsident umgebracht worden war, sendeten lokale Radiosender Aufrufe Tutsi zu töten. Die ersten Soldaten, die ins Land kamen um den Genocide zu stoppen, waren die Franzosen mit ihrer ‚Operation Turquoise‘, sie schufen ein sicheres Gebiet im Süden des Landes. Viele Hutu sahen die Franzosen aber als Alleierte an, da sie früher schon die Hutu-Regierung unterstützt haben. So kam es, dass die Franzosen zwar einen Fluchtweg für Genocide-Betroffene schufen, aber dieser auch gleichermaßen von den Hutus genutzt wurde um in den Kongo zu gelangen. Die UN hatte allerdings allen Ländern verboten einzugreifen, bis der Genocide vorüber war. 2000 gestand sich die UN ihr Verhalten als Fehler ein.

afrikanisches Viertel

Zentrum Kigali

Was in Ruanda und von Kigali ausgehend, passiert ist, hat das Land für immer gezeichnet. Es ist erst knapp 18 Jahre her, was bedeutet, dass fast jeder direkt mit dem Genocide in Berührung gekommen ist. Leute in meinem Alter haben das miterlebt, haben keine Eltern oder Geschwister mehr oder sind verstümmelt oder durch Narben gezeichnet. Es ist ziemlich krass zu sehen, dass in der Ausstellung im Memorial Farbfilmaufnahmen zu sehen sind, die Menschen das gleiche anhaben wie die Leute heute, oder die gleichen bunten Plastikschüsseln benutzt haben um ihre Wäsche zu waschen wie ich auch. Es ist viel präsenter in den Köpfen der Menschen, anders als zum Beispiel der Holocaust, da in Ruanda die jetzige Generation direkt betroffen war.

Umso unverständlicher wirkt es auf mich, wenn ich diese moderne Großstadt Kigali sehe. Es ist unvorstellbar, dass sich vor 18 Jahren solch ein Völkermord dort ereignet haben soll. Bis auf Gedenkstätten und Massengräber in der Stadt erinnert nicht viel daran. Einzig vielleicht die unzähligen bis aufs schwerste bewaffnete Soldaten, welche in der ganzen Stadt verteilt stehen und Wache halten.

Memorial

http://www.kigalimemorialcentre.org

Merry Christmas And A Happy New Year!!!

Standard

Weihnachten rückt allmählich näher und näher und das bedeutet auch, das ich mit Beginn des neuen Jahres auch fast die Halbzeit meiner Zeit in Tansania erreicht habe. Es ist mittlerweile echt richtiger Alltag geworden, in dem ich mich aber ganz wohl fühle, habe mich halt den afrikanischen Gegebenheiten angepasst;) Ok, heute sitze ich im office und hab nicht viel zu tun, aber das liegt eher daran, dass wir vor Weihnachten nicht mit dem neuen Arbeitsabschnitt beginnen wollen.

Allerdings ist es irgendwie seltsam für mich, dass in drei Tagen Weihnachten ist und man absolut nichts davon merkt. Zum einen, weil die Sonne scheint und zum anderen, weil hier einen nichts, fast gar nichts an Weihnachten erinnert. Hätte ich keinen Adventskalender wüsst ich nichtmal welcher Tag heute wär. Auf der Strasse sieht man nirgends, dass Weihnachten naht, keine Christmas-Songs, keine kitschige Beleuchtung, keine Weihnachtsbäume. Nichts. Auch die Tansanen selbst, verhalten sich so wie immer, keiner kauft Weihnachtsgeschenke, niemand ist im Stress. Den einzigen Tag, welchen die Menschen hier feiern ist der 25. Dezember. An dem Tag gehen die Leute in die Kirche und verbringen diesen Abend mit der Familie und vielem guten Essen. Viele fahren an den Tagen auch ‚raus‘ ins Dorf, um ihre Eltern oder Verwandte zu besuchen. Und dann ist Weihnachten auch schon wieder vorbei. Aber eigentlich ist es schön zu sehen, dass die Menschen hier ohne den ganzen Weihnachts-Konsum-Kommerz-Kram feiern. Wir in Europa haben viel zu viel davon. Manch einer weiss ja gar nicht, was an Weihnachten überhaupt gefeiert wird.

Aber irgendwie hab ich innerlich das Gefühl, dass es langsam mal kalt werden müsste, ich mich warm anziehen muss und mein Kopf und mein Körper irgendwie auf Kälte und Weihnachten wartet, es diesmal aber einfach ausfällt. Irgendwie strange;)

Wir Karagwe-Freiwilligen werden Freitag nach Kigali aufbrechen und dort mit anderen artefact-Freiwilligen zusammen Weihnachten und Silvester verbringen. Das ist bestimmt für uns Landeier, der reinste Kulturschock, dort in der riesigen Stadt. Aber über Silvester fahren wir zum Lake Kivu, dort sollte es ruhiger sein.

Lake Kivu

Für die Geographen unter uns: in dem See gibt es ein hohes Methanvorkommen, welches irgendwann in der Zukunft mal gefährlich werden könnte, wenn das Gas aus dem tieferen Gewässer an die Oberfläche gelangt. In Kamerun sind an einem ähnlichen See in den 80er Jahren viele Menschen durch das Methangas getötet worden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kiwusee  (das gute, alte Wikipedia;))

Wer mehr darüber lesen will, hier ein Artikel: „Killer-Seen: Lautloser Tod aus der Tiefe“  (Der Titel ist vielleicht ein bisschen dramatisch gewählt;)  http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,540201,00.html

Aber keine Sorge, der See ist sicher, man kann dort sogar schwimmen gehen (es gibt keine Billharziose wie im Victoriasee).

Ich bin allerdings die nächste Zeit erstmal nicht online, werde euch aber viele schöne Fotos mitbringen. Also habt schöne Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ein ‚Luxuswochenende‘ in Bukoba

Standard

Da am letzten Freitag Feiertag in Tansania war (50 Jahre Unabhängigkeit von den Briten) fuhren wir Freiwillige aus Karagwe nach Bukoba um dort ein verlängertes Wochenende im Luxus zu verbringen. Der ‚afrikanische Luxus‘ kommt einigermaßen an den deutschen Standard ran;). Also haben wir ein schönes Hotel direkt am Victoriasee ausgewählt mit warmer Dusche, Sitztoilette und europäischem Essen. So stehts zumindest in der Karte, aber die afrikanische Kreation von peppersteak oder magaritha pizza ist doch anders als in Deutschland. Aber auch lecker.

Strand

 

Lake Victoria

 

sonne im rücken

 

abendspaziergang

 

„Ihr Weißen habt uns missioniert und glaubt nicht mal selbst an Gott???“

Standard

Das hat mich gestern mein Kollege gefragt. Das stimmt, das hätte mal jemand mit uns machen sollen. Wir würden wahrscheinlich auch ziemlich seltsam reagieren. Hier in Tansania sind alle Leute sehr gläubig, auch die jungen Leute. Sie gehen jeden Sonntag selbstverständlich in die Kirche und fragen mich sehr oft in welche Kirche ich denn gehe. Ich sage ihnen dann, das ich ‚catholic‘ bin.  Das freut die meisten, da ein Großteil der Leute hier ebenfalls katholisch ist. Manche sind aber auch ‚lutheran‘, oder ‚new apostolic‘ oder aber muslimisch. Die Leute hier glauben das Gott alles für sie vorbestimmt hat. Wirklich alles. Ich fragte meinen Kollegen: „Aber warum passieren dann schlechte Sachen, wie der schlimme Unfall von dem Kind letzte Woche, oder warum sterben Menschen an Krankheiten?“ Er sagte nur: „Das war der Teufel.“ Ich war irritiert und fragte mich ob das sein ernst sei, aber er meinte, „ja“. Aber die Menschen hier nehmen das einfach so hin. Weiter meinte mein Kollege, dass die Menschen, vor allem die richtig Armen aus den Dörfern, hier so stark an Gott glauben, weil sie sonst keine Hilfe sehen. Sie beten für mehr Essen, Regen, Gesundheit…Weil sie keine andere Möglichkeit sehen etwas zu bekommen. Ich glaube an der Überlegung ist was dran. Je ärmer die Menschen sind, desto mehr glauben sie an Gott, weil sie in ihm die einzige Möglichkeit für Verbesserung sehen. In Deutschland glauben immer weniger Menschen wirklich an Gott, weil wir dort einfach weniger Probleme haben, oder wenn wir Probleme haben dann verglichen mit Afrika auf echt hohem Niveau. Die Menschen in Deutschland klagen auf hohem Niveau. Die Leute hier haben nicht einmal Nahrung, Wasser oder Toiletten. Das sind wirkliche Probleme. Für sie ist das der letzte Ausweg. Ich finds echt bewundernswert welche Ausdauer die Menschen hier haben, wie fröhlich sie sind, obwohl sie manchmal nichts haben, sie beschweren sich nie, nehmen es einfach so hin wie von Gott gewollt. Aber ich glaube auch, dass je weiter Afrika irgendwann entwickelt sein wird, der Glaube an Gott abnimmt. Und mit Einzug höherer Bildung und mehr Wissen über andere Länder und Kulturen der Glaube durch das modernere Leben verdrängt wird, so wie es bei uns der Fall ist.